Werken - Pflanzenfasern

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Samenfasern

Bast- oder Stängelfasern Hartfasern

BAUMWOLLE  -  eine Samenfaser

Textilien aus Baumwolle gibt es schon seit mehreren tausend Jahren. Vor allem in Südamerika, aber auch in Mittelamerika, Indien, usw. wird Baumwolle angebaut. Dieses Malvengewächs ist strauchartig, und wird je nach Klima bis zu 2,5 m hoch. Die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte beträgt nur 6 Monate. Die Baumwollpflanze braucht einen feuchten Boden und warmes Klima. Zur Reifezeit muss es unbedingt trocken sein, da sonst die feinen Samenhaare verkleben würden.

Baumwollblüte Baumwollkapsel Baumwollfasern Eine Baumwollkapsel enthält rund 30 Samenkörner, an denen jeweils 2000 bis 7000 Samenhaare , die Baumwollfasern, sitzen.
Blüte der 
Baumwollpflanze
Aufgesprungene
Kapseln
Samen mit Fasern
Baumwollfasern:   1,5- 5 cm lang

Baumwolllogo Eigenschaften:
Baumwolle ist besonders reiß- und scheuerfest, sehr saugfähig, weich im Griff, matt und nicht sehr elastisch. Sie ist gut verspinnbar und kann mit allen Fasern gemischt werden. Baumwolle lässt sich sehr gut bleichen und färben. Der Glanz kann durch Merzerisieren, darunter versteht man eine besondere chemische Behandlung, erhöht werden. Da sich Baumwolle gut waschen (kochfest) und pflegen lässt, ist sie vielseitig verwendbar.
Gütezeichen:
100% Naturfaser
Baumwolle
Baumwolle kann bis zu 65% ihres Gewichtes an Wasser aufnehmen, ohne zu tropfen; daher werden Handtücher hauptsächlich aus Baumwolle gefertigt. 
Sportbekleidung aus Baumwolle: der Schweiß kann gut aufgesaugt werden.
BAUMWOLLE kann für ALLE Bereiche der Textilien verwendet werden!
Brennprobe
Brennprobe:  (Achtung Kinder: nur mit einem Erwachsenen)!!!
Baumwolle verbrennt rasch, hell und glüht nach. Es riecht nach verbranntem Papier. Hellgraue Flugasche bleibt zurück.

 

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KAPOK  -  eine Samenfaser

Das Pflanzenhaar (Pflanzendaune) wird aus der inneren Fruchthaut der Schoten des Kapokbaumes gewonnen. Der Kapokbaum gedeiht in tropischen Ländern wie Indien, Indonesien, usw. und wird bis etwa 50 m hoch. Er trägt 300-1000 Früchte, die Schoten sind 10-15 cm lang. Die Fasern werden händisch aus den Schoten herausgenommen und von den lose eingebetteten Samenkernen gereinigt. Wegen der geringen Festigkeit lässt sich die Faser nicht verspinnen, und wird daher hauptsächlich für Polster- und Füllmaterial verwendet z.B.: Steppdecken, Kissen, Schlafsäcke, Matratzen, usw.

Kapok

Offene Kapseln des Kapokbaumes

Eigenschaften:
Die Fasern sind 1-4 cm lang und sind wasserabstoßend, fein, weich und glänzend. Sie sind sehr langlebig, isolieren gut und sind wärmend. 

 

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FLACHS oder LEINEN  -  eine Stängel- od. Bastfaser

Die ägyptischen Mumien aus den Pyramiden sind in Leinen gehüllt; Leinen blickt auf eine jahrtausendelange Kultur zurück. Der Flachs wird in ca. 20 Ländern angebaut, sehr viel in Frankreich, Belgien und Niederlande, aber auch im österreichischen Waldviertel wächst Flachs. Die Leinenfasern werden aus dem Stängel der Flachspflanze gewonnen. Der Flachs ist eine einjährige Pflanze und muss jedes Jahr neu gesät werden.

Flachs
Leinen
Reifer Flachs
Die Flachspflanze wird
mit der Wurzel aus dem 
Boden gezogen.
Die Leinenfaser ist 
fertig zum Verspinnen.
Im Rohzustand ist die 
Faser "flachsblond".

Gütezeichen
Gütezeichen
100% Leinen
Eigenschaften:
Leinen ist reißfest und kochfest. Leinen nimmt Feuchtigkeit gut auf und gibt sie rasch wieder ab. Das Material ist luftdurchlässig und kühlt daher. Die Faser ist matt glänzend, wenig schmutzanfällig und fusselt nicht. Leinen knittert stark und ist nicht sehr formbeständig, daher nach dem Waschen in Form ziehen. Manche Öko-Hersteller verwenden nur natürliche Färbungen.
Halbleinen
Halbleinen:
Schussfäden aus
reinem Flachs,
Kettfäden aus
reiner Baumwolle

Leinen wird vor allem für Sommerbekleidung verwendet, weil es sich angenehm kühl anfühlt und den Schweiß aufsaugt. Die Flachsfaser findet auch Verwendung für Taschen, Koffer, Schuhe, Möbelstoffe, Tischwäsche, usw.

 

BrennprobeBrennprobe: (Achtung Kinder: nur mit einem Erwachsenen!!!)
Leinen verbrennt wie Baumwolle rasch, hell und glüht nach. Es riecht nach verbranntem Papier und zurück bleibt hellgraue Asche.

 

 

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HANF  -  eine Stängel- od. Bastfaser

Hanf und Flachs haben gewisse Ähnlichkeiten: Beide Garne werden aus der Bastfaser des Stängels gewonnen. Die Hanfpflanze ist sehr vielseitig. Öle, Salben, Papier, Textilien und Schnüre werden u.a. aus Hanf hergestellt. Die Pflanze ist sehr anspruchslos, so dass sie auf fast jedem Boden ohne Düngung und Schädlingsbekämpfung wächst.

Hanf Eigenschaften:
Hanffasern haben eine sehr hohe Festigkeit, deshalb werden daraus hauptsächlich Seile und Schnüre verarbeitet. Die Fasern sind grob und hart.

Hanf lässt sich schwer färben und wird daher häufig ungefärbt oder in Naturfarben angeboten.

 

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JUTE  -  eine Stängel- od. Bastfaser

Jute ist eine Pflanze, aus deren Stängelbast die Jutefaser gewonnen wird (ähnlich dem Flachs). Anbaugebiete sind vor allem Indien und Pakistan. Die Bündelfasern sind ca. 1,5 bis 2 m lang; sie müssen vor dem Verspinnen zerrissen werden. Jutefasern sind stark verholzt, daher werden sie speziell behandelt, damit sie weich und geschmeidig werden. Man verwendet Jute für Verpackungsgewebe, Wandbespannungen, Gurte, Teppich-Grundgewebe und auch z.B. in der Schule für Bastelarbeiten.

Jute Jute Eigenschaften:
Jutefasern sind stark verholzt und ungleichmäßig.
Sie haben einen starken Geruch und sind fäulnisanfällig.
Jutefasern lassen sich gut färben.
Schneiden und Bündeln
der reifen Jutepflanzen
Verschiedene
Produkte
 

 

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RAMIE  -  eine Stängel- oder Bastfaser

Die vorwiegend in China, Indien und den USA angebaute Pflanze ist eine sehr ergiebige, bis zu 2 m hohe Stängelpflanze mit glänzenden und haltbaren Bastfasern, die in guten Jahren bis zu viermal geerntet werden kann. Aus dem Ramiestrauch werden fingerdicke 1-2 m lange Ruten gewonnen. Diese werden der Länge nach aufgespalten, und die Rinde wird vom Holzkörper getrennt. In der Rinde befinden sich die Faserbündel. Die Rohfasern werden getrocknet, chemisch aufgeschlossen und so spinnfähige Fasern gewonnen. Ramiefasern werden vorallem für hochwertige, strapazierfähige Gewebe verwendet, z.B.: spezielle Garne, Riemen, Bänder, Fallschirmstoffe, Pullover, Handarbeitsgarne, usw.

Eine
brennesselähnliche Pflanze
Ramiepflanze
Eigenschaften:
Ramiefasern sind hochwertig, leinenartig und sehr fest. Sie sind glatt und gleichmäßig, gut zu färben und lichtbeständig. 

 

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SISAL  -  eine Hartfaser

Der Name "Sisal" führt zurück auf den ersten Ausfuhrhafen für diese Fasern, den Hafen Sisal auf der Halbinsel Yucatan in Mexico. Die Pflanze benötigt bis zur Schnittreife etwa 5-6 Jahre und kann dann 7-10 Jahre lang geerntet werden. Eine Pflanze hat ca. 30 Blätter, die zwischen 50 und 150 cm lang und durchschnittlich 10 cm breit sind. Für die Fasergewinnung kommen nur die kürzeren Blätter in Betracht. Nach der maschinellen Entfaserung der Blätter wird das gewonnene Fasermaterial gewaschen und in der Tropensonne getrocknet und gebleicht. Durch das anschließende Bürsten wird das an den Fasern noch anhaftende Blattgewebe entfernt, wodurch der Wert des langen Fasermaterials noch gesteigert wird.

Sisal
Eigenschaften:
Sisalfasern haben eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit.
Sie sind gut zu färben und sind widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, daher auch im Freien gut zu verwenden. 
Sisalagaven in Kuba
Man verwendet Sisal in der Seilerei und für Teppiche, Netze, Matten.

 

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MANILA  -  eine Hartfaser

Diese Faser wird aus den Blattscheiden der Faserbanane gewonnen. Anbaugebiete sind die Philippinen, nach deren Haupt-Ausfuhrhafen Manila die Faser benannt ist, sowie Indien und Indonesien. Die Pflanze wird 3-6 m hoch mit einem bis zu 25 cm dicken Scheinstamm mit Blattscheiden, worin sich die Faserstränge befinden. Die Fasergewinnung erfolgt sofort nach der Ernte. Manilafasern werden für Schiffstaue, Fischernetze und Matten verwendet.

Manila

Manilahanf-Faserbanane

 

Eigenschaften:
Extrem reißfest, widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und Meerwasser

 

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KOKOS  -  eine Hartfaser

Aus der Schale der kopfgroßen Steinfrucht der Kokospalme wird diese Faser gewonnen. Das Anbaugebiet der Kokospalme findet sich im Küstenbereich der gesamten Tropen. Die Nüsse werden vor der Reife gepflückt, da die Fasern dann weniger verholzt sind. Nach dem Herauslösen des Fruchtkerns werden die Fruchtpolster über mehrere Wochen in Meerwasser geröstet, bis sich die Fasern lösen. Durch Klopfen, Stampfen und Walken werden die Fasern geschmeidig gemacht und schließlich gewaschen und getrocknet. Die Kokosfaser wird verwendet für Teppiche, Matten, Seile und Taue und die kürzeren Fasern finden Verwendung als Polster- oder Matratzenfüllstoff.

Kokos

Kokospalme

 

Eigenschaften:
Kokosfasern haben eine sehr hohe Scheuerfestigkeit und sind sehr strapazierfähig. Sie nehmen wenig Schmutz auf und isolieren gut. Die Kokosfaser lässt sich schwer färben, daher wird sie häufig in den Naturtönen gelblich bis dunkelrot-braun angeboten.

 

Arbeitsblatt für "Textiles Werken" (Word) - Fragen zu den pflanzlichen Fasern

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